Flatirons Community Church nutzt Lawo mc²56 für Live-Beschallung, Aufnahme und Post-Produktion

20.November 2018 - 15:07

Die Flatirons Community Church mit Sitz in Lafayette (Colorado) wird allwöchentlich von knapp 19.000 Gläubigen aufgesucht. Mit der Installation eines Lawo mc²56 Mischpults der dritten Generation möchte die Mega-Kirche ihre Live-Beschallung während der Gottesdienste und die Vorbereitung von hochkarätigen Produktionen für ihre Online-Community weiter voranbringen.

„Ein wichtiges Ziel dieses Projekts war, den bisher durch die Kanalanzahl, verfügbare DSP-Leistung sowie die Verarbeitungs- und Speicherkapazität der DAW eingeschränkten Workflow für neue Möglichkeiten umzubauen“, erklärt Audio Director Bryce Boynton von der Flatirons Community Church. „Wir möchten alle in der Postproduktion gängigen Technologien auch im Live-Umfeld nutzen: Optimale Laufzeiteinstellung der Haus-Mikrofone, Drum-Sampling in Echtzeit, Tonhöhenkorrekturen des Live-Gesangs, Bearbeitung der Master-Summe und –besonders wichtig – eine dynamische Automation in Echtzeit, um unseren Online-Inhalten einen ‚Studio-Sound‘ zu verleihen – unsere Latte lag ziemlich hoch.“

Während der vier Gottesdienste am Wochenende sind die Automationsfunktionen des mc²56 zunächst für die Live-Beschallung von Bedeutung. Die vorbereiteten Automixes fungieren parallel dazu jedoch als Ausgangspunkt für die ebenfalls automatisierte Post-Pro-Abmischung der Recording-Crew.

Seit jeher sind die Signalquellen in der Flatirons-Kirche über Dante direkt mit dem Pro Tools HD-System verbunden. Ab sofort werden sie jedoch parallel an das Lawo-Pult angelegt. Die Integration in das bestehende Dante-Netzwerk erforderte nur minimale Änderungen am bestehenden System, da der Nova73 Compact Core 256 Dante-Kanäle (Ein- und Ausgänge) unterstützt. Der neue Workflow erlaubt die Nutzung derselben Waves-Plugins und DSP-Einstellungen für die Proben, Live-Auftritte und die Aufnahmen. „Wir versprechen uns von diesem Ansatz, dass wir in der Postproduktion zwei Tage gewinnen, weil wir die Aufnahmen nicht mehr extern abmischen lassen müssen“, erklärt Boynton.

„Einige Prozesse, an deren Implementierung wir noch arbeiten, sind der Einsatz von AFV (Audio-follows-Video), die Synchronsteuerung mehrerer Wiedergabegeräte, die mxGUI-Konfiguration und die erweiterte Editierung der dynamischen Automation. Es ist erstaunlich, wie flexibel die Konsole auf den jeweiligen Einsatzzweck abgestimmt werden kann“, fährt er fort. „Das Lawo-Team, das die Installation und Inbetriebnahme des Systems vornahm, hat sogar Skripte für die Hardware-Steuerung in unserem spezifischen Workflow geschrieben. Mit der passenden Einrichtung kann das Mischpult als „Allround-Broadcast“-Konsole, FOH-Konsole, Monitorpult oder Fernbedienung für ein anderes Mischpult fungieren.“

Für Boynton ist Lawo seit langem „ein wichtiger Akteur in der recht kleinen Welt der dynamischen Automation“.

„Das mc²56 zeichnet die gesamte Automatisierung auf besonders elegante Weise auf einem eigenen Computer auf", berichtet er. „Es ist von unschätzbarem Wert, einen Gottesdienst zusammenschneiden, kleinere musikalische Bearbeitungen vornehmen und einen Mix vorbereiten zu können, ohne je ganz von vorne anfangen zu müssen. Wir nehmen die Proben unter der Woche auf und bereiten vor dem Wochenende einen virtuellen Mix vor. So verfügen wir beim ersten Gottesdienst am Samstag über einen Live-Mix in Postproduktionsqualität. Am Ende des letzten Gottesdienstes am Sonntag haben wir schon ein ziemlich vollständiges Endprodukt. Nach ein paar Bearbeitungen und weiteren Verfeinerungen des Mixes liegt die endgültige Fassung vor und kann noch am selben Abend online gestellt werden. Dies wiederum wird uns aufgrund der Relevanz und Qualität der Inhalte noch mehr Zuschauer bringen.“

Boynton resümiert: „Lawo war schon immer ein Vorreiter bei großen Audioproduktionen und im Netzwerkbereich. Man merkt der Firma an, dass ihr hochwertige Musikproduktionen sehr am Herzen liegen. Die Konsolen sind eindeutig für Musik konzipiert, aber auch das Signal-Routing und -Handling sind exzellent gelöst. Das mc²56 ist ein Broadcast-Mischpult mit einer Seele.“

„Die Signalbearbeitungen der Konsole sind sozusagen porentief rein – selbst bei maximaler Komprimierung eines Kanals bleibt der Charakter der Quelle erhalten. Das Abmischen mit einem Lawo-Pult macht extrem viel Spaß, da man jeden Kanal in drei Kategorien unterteilen kann: die Integrität der eingehenden Signale, die Bearbeitungen des Kanals und die gewünschte „Färbung“ mit einem Waves Live-Server oder anderem Außenbord-Equipment.

„Das mc²56 ist so flexibel und kundenspezifisch anzupassen, dass es einfach keine Einschränkungen gibt. Es gibt noch viele Dinge, von denen wir bis jetzt nur ahnen, dass die Konsole dazu in der Lage ist. Das werden wir im Lauf der Jahre entdecken. Wir werden demnächst noch weitere Lawo Mischpulte anschaffen, damit die Toningenieure an einem Mischpult arbeiten können, das ihnen bereits vertraut ist und das trotzdem für jede Position passend konfiguriert werden kann.“