Lawo mc²-Pulte für Live- und Broadcast-Mix von Martin Grubingers „Percussive Planet Ensemble“ am Linzer Mariendom

02.Oktober 2019 - 09:36

Multipercussionist Martin Grubinger und sein „Percussive Planet Ensemble“, verstärkt durch die St. Florianer Sängerknaben, gaben am 4.7.2019 im Rahmen der Konzertreihe „Klassik am Dom“ bereits zum vierten Mal in Folge ein Konzert am Mariendom im österreichischen Linz.

Unter freiem Himmel – und auch im Dom selbst – bot der Professor für Schlagwerk an der Universität Mozarteum in Salzburg zusammen mit seinem Ensemble ein Klangfeuerwerk in einer Verbindung von Pop- und klassischer Musik quer durch die Musikgeschichte. Neben den Besuchern vor Ort konnten tausende Zuschauer das Konzert vor dem Fernseher erleben – ORF2 übertrug das Konzert erneut live. Sowohl beim FOH-Mix als auch bei der Tonmischung für die Fernsehübertragung kamen Lawo mc²-Mischpulte zum Einsatz.

Die 20 Musiker des „Percussive Planet Ensemble“ – bestehend aus 9 Bläsern, Bass, Gitarre, Schlagzeug, Keyboard, Piano, fünf Percussionisten und Grubinger selbst – nutzten 80 Kanäle, die per Lawo-Stagebox an das 40-Fader mc²36 als FOH-Pult und ein mc²66 im TVN Ü-Wagen für die Fernsehübertragung angebunden waren. Zu diesem Zweck wurden die mit Schoeps-Mikrofonen abgenommenen Instrumente über ein DALLIS-Rack mit 96 Eingängen sowie 16 Analog- und 16 AES-Ausgänge mittels Glasfaser über 150 m abgesetzt. Im Dom kamen bei der Performance mit Kinderchor und dem Percussive Planet Ensemble in kleiner Besetzung über eine Lawo Compact I/O 30 Kanäle zum Einsatz. Die mc²36 Konsole war über RAVENNA und zweimal MADI angebunden; die Signale wurden eins-zu-eins durchgeschleift. Der Monitor-Split ging via Rmio MADI/Dante Wandler auf einen Yamaha Mixer und auf das mc²66 im TVN Ü-Wagen.

„Für den Mix benötigt man eine extrem hohe Auflösung und die höchste Sound-Qualität im Mischpult sowie Schoeps-Mikrophone für maximale Transparenz. Bei der Dynamik dieses Ensembles ist Lawo erste Wahl,“ so David Horn, der als Rental-Unternehmer nicht nur das Lawo mc²36 und anderes Equipment bereitstellte, sondern beim Konzert in Linz auch als Toningenieur fungierte. Er vertrat Martin Grubingers Tonmeister, Till Helfrich, der sich für die Konzerte dieser Tour im Vorfeld für das Lawo mc²36 entschieden hatte.

„Konzerte von Martin Grubinger mit seinem Percussive Planet Ensemble sind für spektakuläre Darbietungen in mehrfacher Hinsicht bekannt. Auf der einen Seite die begeisternde spielerische Perfektion auf der Bühne. Auf der anderen Seite die Vielseitigkeit, die Schlagwerk und Percussion abbilden kann. So kann es bei Programmen des Percussive Planet Ensembles durchaus passieren, dass man bei einem Konzert auf der Bühne 500 Schlaginstrumente zu sehen und zu hören bekommt, wie das in der letzten Spielzeit der Fall war. Das setzt nicht nur große Bühnen voraus, sondern stellt auch die Technik vor Herausforderungen,“ erklärt Till Helfrich. So gibt es auf der Bühne mehrere Instrumenteninseln, die je nach Stück wechselweise bespielt werden. Es kommt auch regelmäßig vor, dass Musiker während eines Stückes mehrfach von einer Position auf eine andere wechseln.

„Grubinger und das Percussive Planet Ensemble legen sowohl musikalisch als auch technisch größten Wert auf ein höchstes Maß an Präzision und Dynamik. Für die Beschallung erfordert dies eine hochwertige Signalkette von den Mikrofonen über das Mischpult bis hin zu den Lautsprechern, um die teils sehr filigranen Schallereignisse auf der Bühne abbilden zu können,“ so Till Helfrich. „Wollte man jede Trommel einzeln mikrofonieren, bräuchte man hunderte Mikrofone, die für einen Toningenieur nicht zu handhaben wären. Würde man, wie bei klassischen Orchestern eine reine Haupt- bzw. Overheadmikrofonie stellen, wären die Signale aber zu räumlich. Daher versuchen wir es mit dem bestmöglichen Kompromiss aus direkter und Stützmikrofonie. So bewegen sich unsere Anforderungen zwischen 85 und 120 Mikrofonen auf der Bühne.“ Würden diese alle dauerhaft offen bleiben hätte man wiederum das Problem mit zu räumlichen Signalen. Ich bin daher immer bemüht, nicht bespielte Instrumente oder Positionen auszuschalten. Das setzt voraus, dass ich ein Mischpult mit guten Zugriffsmöglichkeiten einsetze, um diese Anzahl an Mikrofonen schnell im Überblick zu haben,“ erklärt Helfrich.

Die Linzer Firma M3 Veranstaltungstechnik zeichnete für die hochqualitative Beschallung beim Konzertabend verantwortlich. Für die Tonproduktion im TVN Ü-Wagen war Daniel Mateijka vom ZDF als musikalischer Aufnahmeleiter hinzugezogen worden. Das im TVN Ü-Wagen installierte mc²66 Audio-Produktionspult für die Aufnahme und die Übertragung des Konzerts bediente der für seine Klassikaufnahmen bekannte Georg Burdicek aus Wien. Konzeptionierung der Produktion entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Produktionsleiter Martin Wessel vom Hamburger Konzert- und Tournee-Management-Unternehmen backlight! aus Hamburg.

In einer Veranstaltung am 16. August 2019 im Rahmen der „Kieler Woche“ präsentierte Martin Grubinger seine ebenfalls erfolgreiche „Ultimative Percussionshow“. Einmal mehr zeigte Martin Grubinger in diesem Konzert die ganze Vielfalt der Perkussion und feierte mit seinen Musikern und seinem Publikum eine furiose Percussion-Party. Auch bei diesem Konzert kam das Lawo mc²36 mit einem sehr zufriedenen Till Helfrich an den Reglern zum Einsatz.