Lawo-Technologie für immersiven Sound bei „Carmen“ auf der Seebühne in Bregenz

28.November 2018 - 15:07

Lawo leistete mit der Installation eines Lawo mc²96-Pults einen zentralen Beitrag für das Beschallungs- und Richtungshörsystem bei den diesjährigen Aufführungen auf der Bregenzer Seebühne am Bodensee.

Lawo, Hersteller zukunftsweisender Netzwerk-, Steuerungs-, Audio- und Videotechnik, leistete mit der Installation eines Lawo mc²96-Pults in Bregenz, Österreich, einen zentralen Beitrag für das Beschallungs- und Richtungshörsystem bei den diesjährigen Aufführungen von Georges Bizets „Carmen“ auf der Seebühne am Bodensee. Zusammen mit den bereits vor Jahren installierten Lawo HD Cores spielt das neue Pult eine wichtige Rolle bei der kreativen Nutzung des Tons als Ergänzung zur Bühnenperformance.

Sounddesigner Alwin Bösch und Toningenieur Gernot Gögele wechselten von einem Lawo mc²66 Mischpult, das seit 2005 bei den Bregenzer Festspielen im Einsatz war, zu einer IP-basierten Lawo mc²96 Grand Production Console, die kurz vor der diesjährigen Opernsaison installiert wurde. Obwohl Bösch und Gögele bestimmte Bediensequenzen neu erlernen mussten, hatten sie das mc²96 nach zwei Tagen fest im Griff, nach einer Woche fühlte sich der Workflow bereits vertraut an.

„Das neue Produktionspult ist hervorragend“, fasst Bösch seine Erfahrungen zusammen. „Die Technologie ist auf dem neuesten Stand, und das System kann einfach alles. Gemeinsam mit Lawo haben wir das mc²96 an unsere spezifischen Beschallungsanforderungen angepasst.“

Trotz bestehender Unterschiede konnten viele Einstellungen des mc²66 in das mc²96 übernommen werden. Die Peripherie einschließlich der Lawo DALLIS I/O-Komponenten blieb unverändert. Das „Bregenzer Richtungshören“ (64 Ein- auf 128 Ausgänge), d.h. die Wellenfeldsynthese mit den rund 800 Lautsprechern brauchte demnach für das spezielle Hörerlebnis des Publikums nicht neu angebunden zu werden. Dank der Doppel-Layer-Funktion mit zwei vertikal angeordneten Fadern pro Kanalzug in der rechten Pulthälfte braucht sich der Toningenieur nicht hin und her zu bewegen, um eine Einstellung zu ändern, sondern bleibt an seiner Hörposition und kann auf kompaktem Raum eventuelle Korrekturen vornehmen. Die Bregenzer Regie mit offenem Fenster ist zentral angeordnet, so dass die Toningenieure weitgehend im Sweet Spot sitzen können. Wegen des besagten Fensters ist dieser allerdings relativ klein, so dass eine kompakte Bedienung von Vorteil ist. Das Havariesystem der Konsole wird über ein Laptop abgewickelt.

Wolfgang Urstadt, Leiter der technischen Abteilung in Bregenz, zum mc²96: „Ich höre nur Gutes! Es scheint alles zu funktionieren und alle sind sehr zufrieden. Die Umrüstung hat reibungslos geklappt.“

Vier Lawo HD-Cores liefern die enorme DSP-Leistung und Routing-Kapazität, die für die Wellenfeldsynthese (WFS) des Beschallungssystems in Bregenz unerlässlich sind. Die WFS produziert künstliche Wellenfronten, die von einer Vielzahl einzeln angesteuerter Lautsprecher erzeugt werden und Schallbewegungen von einem bestimmten Ursprungsort aus simulieren. Bei „Carmen“ wurde diese Technik verwendet, um Sänger und Orchester zu „bewegen“, mit visuellen Szenenwechseln wie die Wanderung von Hirten in die Berge oder um fiktive Bewegungen mit der Stimme eines Sängers zu erzeugen, die manchmal aus dem Auditorium statt von der Bühne zu kommen scheint.

„In einem 7.000 Zuschauer fassenden Open-Air-Amphitheater mit einem erstaunlich organischen Klang und der Bodenseekulisse übt die Seebühne der Bregenzer Festspiele eine magische Anziehungskraft auf Opernfreunde aus“, sagte Andreas Hilmer, Director Marketing & Communications bei Lawo. „Wir sind stolz auf unser freundschaftliches Verhältnis mit den Bregenzer Festspielen und den Umstand, dass Lawo-Systeme bei den wunderbaren Aufführungen auch weiterhin eine zentrale Rolle für die Schaffung eines außergewöhnlichen Hörerlebnisses spielen werden.“